Aktion der IG Metall-Jugend

"Für mehr Ausbildungsplätze in und um Braunschweig"

  • 10.12.2008
  • News

Am gestrigen Dienstag haben Jugendliche des IG Metall-Ortsjugendausschusses (OJA) auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt für mehr Ausbildungsplätze geworben und die aktuelle Situation den Bürgerinnen und Bürgern ins Gedächtnis gerufen.

Schere zwischen Bewerbern und Stellen

 

In den letzten zehn Jahren war bundesweit nur in einem einzigen Monat die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen höher, als die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber. Mit anderen Worten: Auf dem Ausbildungsmarkt klafft eine ständige Lücke. Im September 2008 betrug diese Lücke über 187.000 Stellen.


Jedes Jahr gibt es also Hunderttausende Jugendliche, die keinen regulären Ausbildungsplatz finden - auch wenn viele von ihnen lange nicht in den Statistiken auftauchten.


Weil viele Jugendliche nicht direkt nach dem Abschluss der allgemeinbildenden Schule einen regulären Ausbildungsplatz bekommen, müssen sie sich in den folgenden Jahren erneut bewerben. Inzwischen hat die Bundesagentur für Arbeit den höchsten Stand an sogenannten "Altbewerbern" registriert, den es jemals gab: Im Jahr 2007 waren es 385.000 junge Menschen, und damit mehr als die Hälfte aller Bewerberinnen und Bewerber.

 

Die Braunschweiger Bilanz am Ende des Beratungsjahres 2007/2008:

 

Rund 600 Jugendliche nehmen zur Verbesserung ihrer Ausbildungschancen an einer berufsvorbereitenden Maßnahme oder Berufsausbildungsmaßnahmen in außerbetrieblichen Einrichtungen teil. Das rechnerische Defizit (die Lehrstellenlücke) lag somit "nur noch" bei 200 und damit erheblich niedriger als in den Vorjahren (850 im Vorjahr, 1.100 vor zwei Jahren). Addiert man die Zahlen der "übriggebliebenen" 200 Bewerber und die Zahl derer die weiter zur Schule gehen, kommt man nahezu auf die Zahl des Vorjahres.

 

Warteschleifen statt echter Ausbildung

 

Hunderttausende Jugendliche landen in alternativen berufsvorbereitenden Maßnahmen oder Übergangsprogrammen. Einige dieser von Politik und Wirtschaft angebotenen Maßnahmen sind vielleicht gut gemeint - für die meisten Jugendlichen wird das "Übergangssystem" aber zu einer endlosen Warteschleife. Und der "Übergang" in eine reguläre Ausbildung ist keineswegs garantiert.


Die Arbeitgeber müssen ausreichend Lehrstellen für alle Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung stellen. Weil das immer noch nicht der Fall ist, bleiben viele Jugendliche im "Übergangssystem" hängen. Und haben immer weniger Chancen, irgendwann einmal einen qualifizierten Beruf auszuüben:
 
Die Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz von heute gehören zur Gruppe der Niedriglöhner von morgen.

 

Unsere Forderungen:

  • Jugend braucht Perspektive
  • Wir fordern die gesetzliche Umlagefinanzierung - jetzt!
  • Wir fordern ein Sofortprogramm der Bundesregierung für mehr betriebliche Ausbildungsplätze
  • Wir fordern eine gute Qualität in allen Bildungsgängen - auch in überbetrieblichen Ausbildungsorten