30.07.2026 | Der Tarifherbst kündigt sich an – und das bereits mitten im Sommer. In den regionalen Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall die Forderungsdebatte für die Tarifrunde 2026 eröffnet. Bevor der Blick nach vorn geht, lohnt sich ein Blick zurück: Auch die Tarifrunde 2024 stand unter schwierigen Vorzeichen. Die Arbeitgeber verzögerten eine Einigung über lange Zeit – bis rund 600 000 Kolleginnen und Kollegen auf der Straße den notwendigen Druck aufbauten und der IG Metall am Verhandlungstisch den Rücken stärkten.
Das Ergebnis war stark: Entgeltsteigerungen in zwei Stufen – 2 Prozent im April 2025 und weitere 3,1 Prozent im April dieses Jahres – sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro. Hinzu kommen die Anhebung des T-ZUG (B) auf 26,5 Prozent und Verbesserungen bei den tariflichen Freistellungszeiten. Ebenfalls wichtig: Die Ausbildungsvergütungen wurden überproportional erhöht.
Die Tarifrunde 2026 läuft damit längst – deutlich bevor im Oktober die eigentlichen Verhandlungen beginnen. Zunächst beraten die Tarifkommissionen intensiv über das Forderungspaket: vom Frühjahr bis zu den Sommerferien, anschließend erneut im August und September, bevor am 22. September die Forderungen beschlossen werden. Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober – Warnstreiks wären somit ab dem 1. November möglich. Ein erstes starkes Signal setzte die große Tarifkommissionssitzung der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt am 24. Juni zum gemeinsamen Auftakt. Zeitgleich kamen sämtliche Tarifkommissionen aller Tarifgebiete der Metall- und Elektroindustrie zusammen, um auf Grundlage der zuvor gemeinsam bewerteten wirtschaftlichen Rahmendaten und der anschließenden Diskussionen in den Bezirken über die Empfehlung zur Kündigung der entsprechenden Tarifverträge zu beraten.
Ja, das wirtschaftliche Umfeld bleibt anspruchsvoll. Aber die Lage in den Betrieben ist keineswegs überall gleich: Während einige Unternehmen unter Druck stehen, laufen bei anderen die Geschäfte sehr gut. Im Flächentarif werden gemeinsam tragfähige und gerechte Lösungen gefunden – das wurde immer geschafft, und das wird auch dieses Mal so sein. Eine Nullrunde, wie sie einzelne Arbeitgebervertreter bereits ins Spiel bringen, wird es mit uns nicht geben. Daher stehen die Zeichen auf Konflikt. Gerade in der aktuellen Situation ist der private Konsum eine der zentralen Stützen unserer Wirtschaft. Ihn zu schwächen, wäre nicht nur ökonomisch kurzsichtig, sondern politisch verantwortungslos.
Mehr Informationen zur Tarifrunde für unseren Bezirk gibts im Internet: www.igmetall-me.de.