Insgesamt rund 200 Menschen sind am Freitag, 4. Juli 2025 dem Aufruf der DGB Region SüdOstNiedersachen und der Stadt Braunschweig gefolgt um der zehn Ermordeten von Rieseberg zu gedenken, die am 4. Juli 1933 im Braunschweiger Eichtal von den Nazis nach tagelanger Qual in Rieseberg auf dem Pappelhof getötet wurden.seberg beendet.
„Rieseberg ist ein trauriges Beispiel dafür, wohin Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Nationalismus führen können!“ macht Denise Steinert, Gewerkschaftssekretärin der DGB Region SüdOstNiedersachsen deutlich. „Es ist unsere Aufgabe als Dachverband der Gewerkschaften sprich als Vertretung von Millionen Beschäftigten, durch das Gedenken den Opfern eine Stimme zu geben und zu erinnern, dass wir alle in der Verantwortung dafür stehen, es nie mehr so weit kommen zu lassen“, betont Steinert eindringlich.
Die Gedenkveranstaltung besteht aus drei Teilen. Die stille Kranzniederlegung um 10:30 Uhr am Heinrich-Jasper-Denkmal am Fritz-Bauer-Platz eröffnete das Programm, gefolgt von der Krankniederlegung an den Gräbern der Ermordeten auf dem Hauptfriedhof. Hier überbrachte unteranderem Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum Grußworte der Stadt Braunschweig. Die Kolleg*innen der VVN-BdA gestalteten den Friedhof für den Anlass würdevoll.
Die Gedenkveranstaltungen fand ihren Abschluss in Rieseberg am Denkmal für die Opfer auf dem Gelände der ehemaligen DGB-Jugendbildungsstätte Königslutter/Rieseberg.
Neben der Begrüßung durch Michael Kleber für die DGB Region SüdOstNiedersachen, gab es verschiedenen Redebeiträge. Die Hauptrede wurde von Derviş Hızarcı, Vorstandsmitglied der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA e.V.) gehalten.
Die KIgA e.V. kämpft seit 20 Jahren mit Angeboten der politischen Bildung, Workshops in Schulen, spannende Kulturangebote, Beratung und Fortbildung von Lehrkräften, Justiz und Politik oder Vernetzungsmöglichkeiten für Bildner*innen, Organisationen und Multiplikator*innen gegen Antisemitismus, Rassismus, Hass und Intoleranz.
Hızarcı berichtete unter anderem von seinen Erlebnissen als Kind eingewanderter Gastarbeiter*innen und zeichnete so sehr plastisch einen Teil seiner Biografie nach. Er machte auf beeindruckende Art und Weise deutlich wie wichtig es ist in unserem Gedenken, immer auch die Perspektive von Betroffenen mit einzubeziehen und ihre Biografien und Erlebnisse als Teil des Gedenkens, des Erinnerns und auch als Mahnung zu verstehen.
Musikalisch rahmten die Kolleg*innen des Gewerkschaftschor Klartext die Veranstaltung.
Besonders schön war es, dass in diesem Jahr wieder eine kleine Delegation aus Dieppe/Frankreich der Veranstaltung beiwohnte. Richard Flamein, Vorsitzender der AFMC (Vereinigung der Freunde der Stiftung für das Gedenken an die Deportation) sowie Mathias Dupuis und Cyndy Holingue als Vertreterin der französischen Gewerkschaftsbund CTG ( Confédération générale du travail) waren bei allen drei Teilen der Veranstaltung anwesend und zeigten Solidarität über Ländergrenzen hinaus. Neben den Kränzen, die sie stellvertretende für die beiden Organisationen in Braunschweig und Rieseberg ablegten, hielt Richard Flamein in Rieseberg auch eine Redebeitrag, welcher simultan übersetzt wurde. Er endete mit seinen Worten in deutscher Sprache: „… es kann nicht immer Winter sein“
Mit dem zugehörigen Lied der Moorsoldaten und der Kranzniederlegung wurde die Gedenkveranstaltung in Rieseberg beendet.
(Pressemitteilung des DGB Region SüdOstNiedersachsen)