Delegiertenversammlung

Gemeinsam die Zukunft gestalten

23.09.2026 | Personelle Veränderungen im Ortsvorstand, neue Ansätze für eine starke Mitbestimmung in der Transformation und der Blick auf die bevorstehenden Tarifrunden: Bei der Delegiertenversammlung der IG Metall Braunschweig am 22. September standen wichtige Weichenstellungen für die kommenden Monate im Mittelpunkt.

Fotos: Laura Hüther, d&d

Die Bevollmächtigten der IG Metall Braunschweig mit den neugewählten Mitgliedern des Ortsvorstands: Malte Stahlhut, Garnet Alps, Simone Querfurth, Sascha Gyukin und Stefan Würfel (v.l.n.r.)

Auf der Tagesordnung standen dabei Themen, die auf unterschiedliche Weise dieselbe Frage berühren: Wie stellt sich die IG Metall für die Veränderungen in den Betrieben und die kommenden Auseinandersetzungen auf?

Ortsvorstand neu aufgestellt

Nach dem Ausscheiden von Lutz Bertram (BMA), Michael Steffens (Autohaus Rosier)  und Sophie Guillouet (Braunschweiger Flammenfilter) waren Nachwahlen für den Ortsvorstand erforderlich. Die Delegierten wählten Sascha Gyukin (Carl Zeiss GOM),  Simone Querfurth (BMA) und Stefan Würfel (Rosier) in das Gremium. Damit ist der Ortsvorstand wieder vollständig aufgestellt. Er trägt gemeinsam mit den Bevollmächtigten die Verantwortung für die strategische Ausrichtung der IG Metall Braunschweig.

Garnet Alps, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig: „Eine starke IG Metall lebt davon, dass Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben Verantwortung übernehmen und ihre Erfahrungen einbringen. Gerade in einer Zeit großer Veränderungen brauchen wir eine handlungsfähige Organisation, die nah an den Beschäftigten ist. Mit dem neu aufgestellten Ortsvorstand sind wir dafür gut gerüstet.“

Transformation braucht starke Mitbestimmung

Wie wichtig eine starke Interessenvertretung gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen ist, wurde auch an den Informationsständen zum Projekt „Mitbestimmung gestaltet Transformation“ deutlich. Dort konnten sich die Delegierten über Hintergründe, Ansätze und Erkenntnisse des Projekts informieren.

Das von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Forschungsprojekt untersuchte am Beispiel der Metall- und Elektroindustrie in Südostniedersachsen, wie Mitbestimmung angesichts von Digitalisierung, neuen Produktionsweisen und tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen weiterentwickelt werden kann. Die University of Labour und das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München arbeiteten dafür gemeinsam mit Betriebsräten, Beschäftigten, Vertrauensleuten und Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. In sogenannten Praxislaboratorien wurden konkrete Lösungen entwickelt und direkt in der Praxis erprobt.  

Der Ansatz passt damit unmittelbar zu den Herausforderungen, vor denen viele Betriebe in der Region stehen. „Transformation darf nicht über die Köpfe der Beschäftigten hinweg stattfinden. Mitbestimmung muss vielmehr dazu beitragen, Veränderungen aktiv mitzugestalten, Beschäftigung zu sichern und gute Arbeit auch unter neuen Bedingungen durchzusetzen“, resümiert Garnet Alps.

Mit Stärke in die Tarifrunde

Beteiligung und gemeinsame Durchsetzungskraft sind auch entscheidend in den bevorstehenden Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie, bei Volkswagen und in der Feinstblechpackungsindustrie. Wir bereiten uns derzeit intensiv auf die Verhandlungen vor.

Am Tag der Delegiertenversammlung haben die Tarifkommissionen der IG Metall in Niedersachsen, Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und Sachsen-Anhalt ihre Forderungen beschlossen: 5 Prozent mehr Entgelt für Beschäftigte und Auszubildende bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Darüber hinaus soll das Tarifergebnis eine soziale Komponente enthalten, von der insbesondere die unteren Entgeltgruppen profitieren. Zugleich wollen wir die Tarifrunde nutzen, um die Zukunft von Arbeitsplätzen und Standorten zum Thema zu machen und die bestehenden tariflichen Instrumente zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung auf den Prüfstand zu stellen und weiterzuentwickeln. Die Tarifkommission der IG Metall bei Volkswagen folgte am Nachmittag der Forderung für die Metall- und Elektroindustrie.

Damit ist die Richtung für die bevorstehenden Auseinandersetzungen klar. Für uns geht es nun darum, die Forderungen in die Betriebe zu tragen, mit den Kolleginnen und Kollegen darüber ins Gespräch zu kommen und gemeinsam die notwendige Durchsetzungskraft aufzubauen. Denn gerade angesichts von Transformation, Standortdebatten und unsicheren Zukunftsperspektiven gehören die Sicherung von Einkommen und Beschäftigung zusammen.

Malte Stahlhut, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Braunschweig: „Unsere Forderung nach fünf Prozent mehr Geld ist angesichts der dauerhaft gestiegenen Preise gut begründet. Die wirtschaftliche Lage unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb. Das darf aber kein Argument für allgemeinen Verzicht sein. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam hinter unserer Forderung zu stehen und in den Betrieben die nötige Durchsetzungskraft aufzubauen.“

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