04.12.2025 | Die Delegiertenversammlung der IG Metall Braunschweig hat am 2. Dezember im Kultur- und Eventzentrum westand ihren Kurs für 2026 gesetzt: starke Betriebsräte wählen, Tarifrunden entschlossen führen und Politik in die Verantwortung nehmen. Alles mit den klaren Zielen: sichere Arbeit, faire Entgelte und verlässliche Perspektiven für die Region.
Nadine Boguslawski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Hauptkassiererin der IG Metall, ordnet die Situation ein: „2026 wird ein Jahr großer Herausforderungen: die allgemeine wirtschaftliche Lage, die Betriebsratswahlen am Anfang und große Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie, der Stahlindustrie und bei Volkswagen am Ende des Jahres. Bei den Betriebsratswahlen sehen wir uns zunehmend mit Listen konfrontiert, die scheinbar einfache Lösungen für komplexe Sachverhalte bieten. Das sind aber nichts mehr als Parolen. Und wer einfache Parolen anbietet, sabotiert echte Lösungen. Wir als IG Metall haben bewiesen, dass wir Lösungen für komplexe Probleme liefern können, betrieblich, tariflich und politisch.“
Boguslawski macht deutlich: „Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen für die Industrie und einen Sozialstaat, der Sicherheit gibt. Als IG Metall haben wir uns politisch eingemischt: Aktionstag, Stahlgipfel, Autogipfel. Und das mit Wirkung. Nicht zuletzt auf Druck der IG Metall sind Instrumente wie der Industriestrompreis auf den Weg gebracht worden. Das alles ist nur ein Anfang, aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“
„Wenn die Arbeitgeber aber weiterhin nur schulterzuckend auf die Politik verweisen, machen sie es sich deshalb zu einfach“, so Boguslawski weiter. Nun müssen sich auch die Unternehmen zum Standort bekennen und notwendige Investitionen tätigen. Kürzungen, Verlagerungen und Drohkulissen sind kein Zukunftskonzept. Stattdessen werden groteske Debatten um den Acht-Stunden-Tag und angeblich faule und unflexible Beschäftigte geführt. In unseren Betrieben gibt es keine „faulen“ Beschäftigten. Unsere Kolleginnen und Kollegen sind hochflexibel, übernehmen Verantwortung und halten den Laden am Laufen. Und sind dabei deutlich flexibler als die Arbeitgeber.“
Garnet Alps, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig schließt sich an: „Angriffe auf Arbeitsplätze, Sozialstaat und Zukunft müssen gestoppt werden. Wer die Krise auf dem Rücken der Beschäftigten austrägt, bekommt auch in Braunschweig Gegenwind. Unsere Kampagne für diesen Dezember heißt nicht zufällig: ‚Advent, Advent. Unsere Zukunft brennt.‘ Wir schaffen dadurch zusätzliche Aufmerksamkeit für die industrielle und soziale Schieflage. Für uns ist klar: Beschäftigte, Standorte und Zukunftsperspektiven sind nicht verhandelbar.“