Verstärkung für die IG Metall-Geschäftsstelle

  • 06.05.2020
  • News

Kai-Martin Winter (36) unterstützt künftig bei der Bearbeitung von Themen aus dem Office- und Engineering-Bereich und bei der Mitgliederentwicklung der IG Metall die Vertrauensleute und Betriebsräte in der Geschäftsstelle Braunschweig.

Kai-Martin Winter

Der gelernte Erzieher schloss 2016 sein Studium an der Technischen Universität Braunschweig in Politikwissenschaften, Soziologie und der Volkswirtschaftslehre ab.

In dieser Zeit hatte er bereits Gelegenheit in die Arbeit der Mitbestimmungsgremien bei Volkswagen hinein zu schnuppern. Nach einem Praktikum im Geschäftsbüro des Betriebsrats Volkswagen Braunschweig, bei dem er die Ergebnisse der Angestelltenbefragung 2013 aufbereitete und seiner Mitarbeit an einem Konzept für die Präsentation "Gute Arbeit im Büro", wechselte er als studentischer Mitarbeiter innerbetrieblich in die Abteilung zur Umsetzung des "Volkswagen-Weges", die die Teamarbeitskonzepte von Volkswagen in die Praxis umsetzte.

Ab dem 01.01.2017 arbeitete er als Gewerkschaftssekretär in der Geschäftsstelle Wolfsburg. Dort war er insbesondere zuständig für Betriebe aus der IT- und Engineering-Branche. Die Themen aus den Angestellten-Bereichen sind seitdem sein Tagesgeschäft.

Die Chancen und Risiken unserer digitalen Arbeits- und Lebenswelt sind Themen, die Kai-Martin seit Jahren gemeinsam mit Beschäftigten, Vertrauensleuten und Betriebsräten bearbeitet. Beginnend mit Unternehmen, die auf der grünen Wiese entstehen, keine Strukturen für die Beteiligung von Beschäftigten an Entscheidungen der Geschäftsleitung haben oder Beschäftigte, die als Einzelkämpfer in den Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten nur sehr beschränkt wahrnehmen konnten und dieses ändern wollten. Themen wie Arbeitszeitbegrenzung, Selbstbestimmung, Mitbestimmung, Tarifbildung und Verankerung von Interessenvertretungsstrukturen waren Ziel seiner Arbeit.

"Kai-Martin passt mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen super in unser Team und zu den Strukturen in den Betrieben, die wir in Braunschweig haben. Vor allem unser Angestelltenprojekt - von der derzeit in Erziehungszeit befindlichen Christina Sinast u.a. mit der Veranstaltungsreihe Work I Life I Progress begonnen - wird von seinen Ideen profitieren und durch ihn fortgesetzt werden. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit ihm. Er wird sich in den nächsten Wochen in den Betrieben vorstellen", so Eva Stassek, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig.

In den großen Angestelltenbetrieben der Geschäftsstelle, z.B. bei Siemens oder bei der VW Financial Services wird in den Service-, Engineering- und IT-Bereichen längst mit verschiedenstem digitalen Equipment und umfangreicher Software bzw. mit Robots gearbeitet. Im Maschinenbau ist jede*r zweite Beschäftigte inzwischen nicht mehr im gewerblichen Bereich. Auch dort nehmen digitalisierte Arbeitsmittel und Arbeitskonzepte mehr und mehr Raum ein. Diesen Wandel wird die IG Metall Braunschweig aktiv mit den Vorschlägen und Anforderungen der Beschäftigten begleiten und gestalten. Und: Wir wollen Mitstreiter*innen gewinnen die ihre Arbeitsrealität mit uns gemeinsam gestalten wollen.

Gerade durch die derzeitige Pandemie werden die Facetten der neuen Arbeits- und Lebenswelt sehr deutlich: Angenehme und problematische Seiten des Homeoffice treten zutage, Selbstbestimmung in der Zeit-/ Volumeneinteilung und entgrenzte Arbeitszeit sind gleichermaßen anzutreffen. Freiräume für Familie und Kinder schmelzen im Homeoffice dahin, wenn man längere Zeit zu Hause arbeiten muss und einem die Kleinkinder um die Beine spielen und gerne bei Web-Konferenzen mitreden wollen.

Was aus unserer Sicht nicht passieren soll, ist die Abschöpfung der positiven Effekte neuer Arbeitsformen durch die Unternehmen (Zeitersparnis, Profit, Unabhängigkeit) auf der einen Seite und auf der anderen Seite eine hohe Verdichtung der Arbeit, mehr Druck und eine Entgrenzung der Arbeitszeit bei den Beschäftigten. Dies lässt sich nur mit einer starken Mitbestimmung der Beschäftigten verhindern. Technologischer Fortschritt soll auch zu sozialem Fortschritt führen. Dazu müssen die Bedingungen auch von den Beschäftigten selbst mitgestaltet werden.

Das alles bekommt man nicht geschenkt. Hierzu gehört selbstbewusstes Einfordern der Mitbestimmung und Gestaltung – dabei wird uns Kai-Martin Winter in den nächsten Jahren unterstützen.

Christina Sinast wird nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit zu Beginn 2021 in anderen Themen und Aufgabenbereichen für die Mitglieder und Funktionäre unserer Geschäftsstelle tätig sein.