4,5 Prozent mehr Geld und eine verbesserte Altersteilzeit für Beschäftigte

Tarifkommissionen der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie beschließen Forderungspaket

  • 14.07.2021
  • News

Der Vorstand der IG Metall hat das Forderungspaket für die anstehende Tarifrunde in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt beschlossen – damit folgt dieser den Empfehlungen der Tarifkommissionen.

Markus Wente

Für die rund 37.400 Beschäftigen und Auszubildenden der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wird ein Plus von 4,5 Prozent mehr Geld für 12 Monate gefordert, sowie die Erhöhung des Demografie-Betrages von aktuell 300 auf dann 750 Euro. Damit beläuft sich das Forderungsvolumen der diesjährigen Tarifrunde auf insgesamt 5,8 Prozent. Für Auszubildende fordert die Tarifkommission ein überproportionales Plus bei den Ausbildungsvergütungen.

Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall in den Tarifgebieten, erklärt: „Unsere Forderungen sind angemessen und mehr als begründet: Gerade der Bau- und Wohnungssektor erlebt einen Boom: Die Auftragsbücher vieler baunaher Betriebe wie Türen-, Fenster- und der Holzplattenindustrie sind mehr als voll. Teilweise ist das Jahr 2021 ausgebucht und es werden keine Aufträge mehr angenommen. Gleiches gilt für den  Kunststoffsektor und den dortigen Industriezulieferern. Der anziehende Boom in der Gesamtwirtschaft macht auch vor ihnen keinen Halt. Letztlich profitieren die Möbelproduzenten vom aufgestauten Konsum: Die Kunden wollen ihre Wohnung erneuern und investieren seit Öffnung der Möbelhäuser kräftig. Die aktuelle Auftragslage ist beispiellos und zeigt, wie schnell sich die deutsche Wirtschaft aktuell mit Wachstum aus der Corona-Krise erholt. Und dieses Wachstum muss sich auch bei den Einkommen der Beschäftigten widerspiegeln!“

Neben der materiellen Seite fordert die IG Metall ebenfalls eine Fortführung des Demografie-Tarifvertrages, mit Regelungen zur Altersteilzeit und zur Bewältigung des anstehenden Generationenwechsels in den Betrieben. „Hier sind Weiterentwicklungen notwendig, die dem demografischen Wandel, welche gerade in jenen Branchen besonders stark ist, Sorge tragen. Denn 40 Prozent der Beschäftigten der Branche sind schon heute 50 Jahre oder älter. Dagegen sind nur 12 Prozent unter 25 Jahre jung. Dahingehend braucht es eine deutliche Aufstockung des zur Finanzierung von Altersteilzeit bestehenden Fonds, um der älteren Generation Perspektiven für einen gesunden und planbaren Übergang in die Altersrente zu geben. Es braucht hier eine Erhöhung des Arbeitgeberbeitrages um 450 Euro, von aktuell 300 Euro auf zukünftig 750 Euro pro Beschäftigten. Diese Absicherung des notwendigen Übergangs von älteren Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand ist notwendig und hier nehmen wir die Arbeitgeber in ihre Pflicht! Beschäftigte, die sich Jahrzehnte für das Unternehmen aufgeopfert haben, brauchen jetzt die Solidarität der Arbeitgeber, wenn es um den Erhalt ihrer Gesundheit geht.“, fährt Wente fort.

Die Hauptbranchen der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie sind die Möbelindustrie, die Holzindustrie und der Baubedarf aus Holz und Kunststoff. Des Weiteren gehören auch Branche wie die Klavierbauer, Automobilzulieferer oder Produzenten von Lebensmittelverpackungen im Bereich Kunststoff zur Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie. Die ersten Verhandlungsrunden in Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt starten voraussichtlich Anfang September. Ab dem 14. Oktober wären Warnstreiks möglich.


IGM-BS/News

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