Beschäftigtenbefragung 2020

Kurs bestimmen

  • 02.10.2020
  • News

Die IG Metall führt bis zum 30. Oktober eine bundesweite Beschäftigtenbefragung durch, um mit Kolleginnen und Kollegen über die wichtigen und drängenden Themen ins Gespräch kommen – in der Produktion, im Büro, aber auch in Home-Office und in der Kurzarbeit. Gemeinsam wollen wir den Kurs in dieser Krise bestimmen und uns für die anstehenden betrieblichen, tariflichen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen positionieren.

Unsere letzte Beschäftigtenbefragung liegt drei Jahre zurück, damals ging es um mehr Souveränität bei der Arbeitszeit. Über 680.000 Kolleginnen und Kollegen haben sich beteiligt – und damit wichtige Impulse für die folgenden Tarifrunden der IG Metall gesetzt. Zu Beginn der Verhandlungen liefen die Arbeitgeber Sturm, doch am Ende haben wir in vielen Branchen mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit erreicht. Kurzum: Es lohnt sich, sich einzubringen.

Heute ist die Situation eine andere – viele Arbeitsplätze sind akut gefährdet, die Wirtschaft ist eingebrochen. Als Antwort auf diese Krise hat sich die IG Metall mit ihren Betriebsräten, Vertrauensleuten und ihren Mitgliedern für eine Absicherung von Beschäftigung und Einkommen eingesetzt. Aber diese Krise ist einschneidender als alle vorhergehenden Krisen, die wir erlebt haben.

Der Lockdown hat jede*n betroffen – ob am Arbeitsplatz, im Homeoffice oder in Kurzarbeit. Viele Betriebe sind in ihrer Existenz bedroht, noch immer befinden sich Millionen in Kurzarbeit und es vergeht kaum eine Woche, in der nicht neue Meldungen über geplante Personalreduzierungen Zukunftsängste befeuern.

Schonungslos fliegen etlichen Betrieben die Versäumnisse der letzten Jahre um die Ohren. An vielen Stellen wird nun sichtbar, was bisher schon nicht gut lief – aber auch Betriebe, die vor der Krise gut aufgestellt waren, kämpfen mit den Auswirkungen der Rezession. Und jetzt wollen die Arbeitgeberverbände die Krise nutzen, um tarifliche und sozialpolitische Errungenschaften loszuwerden und die Lasten der Krise auf die Beschäftigten abzuwälzen.

Konkret heißt das: Arbeitsplätze, Standorte, Einkommen, arbeitsrechtliche Standards und Sozialleistungen sind in Gefahr. Aber: Eine Rolle-Rückwärts ist keine Antwort auf die Fragen der Zukunft. Wir müssen uns anders positionieren.

Es geht um Eure Arbeitsbedingungen, um Eure Interessen und Eure Zukunft! Denn vor uns liegen nicht nur Tarifrunden in wichtigen Branchen, sondern ein Superwahljahr 2021 mit einer Vielzahl von Landtagswahlen und der Bundestagswahl, aber auch die Vorbereitung zur Betriebsratswahl 2022.

Die Befragung 2020 besteht aus drei Fragenkomplexen:

  • Der Blick zurück: Wie ist es Dir in den letzten Monaten ergangen?
  • Die aktuelle Lage: Wie sieht es in Deinem Betrieb, an Deinem Arbeitsplatz aus?
  • Blick nach vorn: Was ist jetzt betrieblich, tariflich und politisch notwendig?

Die Beschäftigtenbefragung wird online durchgeführt. So erhalten wir schnelle Ergebnisse und können die Einschätzungen der Beschäftigten direkt bei den Diskussionen um unsere Tarifforderungen berücksichtigen.

Fragt Eure Betriebsräte, Vertrauensleute oder Eure IG Metall vor Ort nach den Zugangsdaten, um an der Befragung teilzunehmen. Für Beschäftigte in Kurzarbeit und Homeoffice stellen wir Euch die Inhalte digital zur Verfügung. Wenn die eigene Zukunft betroffen ist, sollte man mitreden: Gemeinsam bestimmen wir den Kurs.