Dritte Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen

IG Metall fordert Sicherheit für Beschäftigung und Einkommen

  • 19.02.2021
  • News

Hannover – Die dritte Tarifverhandlung für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie für Niedersachsen hat am heutigen Freitag mit Vertretern von IG Metall und NiedersachsenMetall stattgefunden. Ziel der Gewerkschaft ist es, in dieser Tarifrunde die Kaufkraft zu stärken, Beschäftigung zu sichern und die Zukunft zu gestalten.

Thorsten Gröger. Foto: Heiko Stumpe

Dafür fordert die IG Metall bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ein Volumen von vier Prozent, das bei Arbeitszeitabsenkung für einen anteiligen Entgeltausgleich verwendet werden soll, um die Einkommenseinbußen der Beschäftigten abzufedern.

Der Verhandlungsführer der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, kritisiert den Arbeitgeberverband aufs schärfste: „Das Angebot der Arbeitgeber für 2021 eine Null-Runde zu vereinbaren und erst in 2022 einen unbezifferten Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung anzubieten, der weit bis 2023 reicht, ist schlicht unakzeptabel. Zudem fordern die Arbeitgeber, von diesem Mix betrieblich auch noch abweichen zu können. Das kann bedeuten, dass Beschäftigte drei Jahre keinen Cent mehr bekommen“, erklärt Gröger. Darüber hinaus hatten die Arbeitgeber keine Antworten auf die dramatisch sinkenden Ausbildungszahlen. Auch dafür gab es bei der IG Metall kein Verständnis.

Ziel der IG Metall ist es, Beschäftigung zu sichern und Zukunftsperspektiven für die Beschäftigten in der Transformation und der sich wandelnden Arbeitswelt zu schaffen: Die Betriebe verändern sich aufgrund von Digitalisierung, E-Mobilität, Klimaschutz und Energiewende. Die IG Metall fordert deshalb betriebliche Zukunftstarifverträge zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. Darin sollen verlässliche Beschäftigungs- und Produktionsperspektiven geregelt werden, zum Beispiel Zukunftsvereinbarungen für Standorte, Beschäftigungssicherung, Arbeitszeitabsenkung mit Entgeltausgleich. Gespräche über diese Zukunftsvereinbarungen für einzelne Betriebe wurden bereits vor zwei Wochen in einem Expertenkreis vertieft.

Gröger macht klar: „Wir brauchen verbindliche Regelungen zur Gestaltung der Zukunft. Wir erwarten, dass die Arbeitgeber konstruktiv mit uns daran arbeiten. Damit können sie zeigen, dass sie bereit sind, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Mit Blick auf die Arbeitgeber heißt das ebenso: Schluss mit dem Versteckspielen hinter vorgeschobenen Argumenten wie dem, dass es Jahre brauchen würde, um den Abschwung aufzuholen. Unabhängige Fakten sprechen eine andere Sprache.“

Abschließend stellt der Verhandlungsführer deutlich heraus: „Die IG Metall ist auch unter Pandemie-Bedingungen voll handlungsfähig. Das gilt ganz besonders mit Blick darauf, dass das Ende der Friedenspflicht mit Ablauf des 1. März immer näher rückt. Die Arbeitgeber sollten jetzt aufhören sich darauf zu berufen, dass es nichts zu verteilen gibt. Sie provozieren mit ihrem Verhalten Warnstreiks ab dem 2. März.“