Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie sowie bei Volkswagen

Erste Warnstreikwoche erfolgreich: 7.000 beteiligen sich in Braunschweiger und Wolfenbütteler Betrieben

  • 05.03.2021
  • News, Volkswagen, VW Financial Services

Nachdem die Arbeitgeberseite in den Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie und bei Volkswagen kein verbindliches und klar beziffertes Angebot vorgelegt hat, blickt die IG Metall Braunschweig auf eine Warnstreikwoche mit hoher Beteiligung zurück – trotz Corona-Bedingungen.

Foto: Peter Frank d&d

Mit dem Ende der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie am 2. März beteiligten sich an den Ausständen, die wegen der Pandemie in der Regel als Frühschluss-Warnstreiks mit mindestens einstündiger Dauer durchgeführt wurden, unter anderem Beschäftigte von Volkswagen, Volkswagen Financial Services, Volkswagen Group Services, Siemens, Lanico, Bühler, BMA und Flammenfilter in Braunschweig sowie MKN, AGCO und Ficosa in Wolfenbüttel. Egal ob bei den Frühschlussaktionen, bei kreativen Kundgebungen vor den Werkstoren oder im Homeoffice beim virtuellen Streikcafé: die Beteiligung an den Warnstreiks war hoch.
Insgesamt traten ca. 7.000 Beschäftigte in den kurzzeitigen Ausstand.

Eva Stassek, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig stellt klar: „Die Arbeitgeber haben diese Reaktion provoziert. Unter erschwerten Corona-Bedingungen haben die Kolleginnen und Kollegen bewiesen, dass sie sich mit großem Einsatz für ihre berechtigten Forderungen engagieren. Bei Volkswagen gibt es mittlerweile erste Zeichen, dass dieses Signal angekommen ist und weiterverhandelt werden soll.
Wir appellieren an die Arbeitgeber, endlich tragfähige Angebote vorzulegen. Denn sie können sich sicher sein: Geringschätzung der Leistung der Beschäftigten und Unterschätzung der Durchsetzungsfähigkeit der Kolleginnen und Kollegen sind fatale Fehler! Kommt in der nächsten Zeit kein konstruktiver Lösungsvorschlag für den Konflikt, werden wir noch eine Schippe drauflegen.“

Die Zweite Bevollmächtigte Garnet Alps ergänzt: „Die Kolleginnen und Kollegen haben gezeigt, was sie vom Vorgehen der Arbeitgeber halten: Nichts!
Die Verhandlungsargumente der Arbeitgeberseite sind eine Unverschämtheit. Anstatt zu jammern, sollten sich die Arbeitgeber besinnen und ein Angebot vorlegen, das die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen wertschätzt. Passiert das nicht, sind weitere Warnstreiks unvermeidlich. Unsere Kolleginnen und Kollegen in Braunschweig und Wolfenbüttel sind dazu bereit.“