Eckpunkte des IG Metall Bezirks zur aktuellen Debatte über die Automobil- und Zuliefererindustrie der Zukunft

  • 17.08.2017
  • News

Der aktuelle Transformationsprozess hin zu einer emissionsfreien Mobilität ist eine zentrale gesellschafts- und industriepolitische Herausforderung. Für die Zukunft der deutschen Automobil- und Zuliefererindustrie ist das Gelingen dieses Prozesses von zentraler Bedeutung. Auch für die IG Metall und die Beschäftigten hat die konkrete Gestaltung dieses Prozesses hohe Priorität. Doch die gemeinsamen Anstrengungen drohen vom Schatten des Dieselskandals überdeckt zu werden.

Symbolbild: Panthermedia

Ausgelöst durch den Dieselskandal ist inzwischen eine Diskussion in den Medien und in der Politik entstanden, die zu massiven negativen Folgen für die Beschäftigten in der Automobil- und Zulieferindustrie führen kann. Schon aktuell ist der Nachfragerückgang nach Dieselfahrzeugen auch in der Produktion angekommen. Die Nachfrage verschiebt sich fast ausschließlich zugunsten von Benzinern, was mit Blick auf die C02-Bilanz keine gute Entwicklung ist.

 

Die Beschäftigten haben diese Entwicklung nicht zu verantworten. Die Verantwortlichen in den Chefetagen haben offenbar bewusst und vorsätzlich gegen Umweltgesetze verstoßen und damit den Belegschaften und der gesamten deutschen Industrie, auch vielen kleinen und mittleren Betrieben, schweren Schaden zugefügt.

 

Aktuell wird – so scheint es – aus kurzsichtigem politischen Kalkül der Volkswagenkonzern immer stärker zum Gegenstand der parteipolitischen Auseinandersetzungen. Auch hier sieht die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt eine Bedrohung von Arbeitsplätzen bei Volkswagen und seinen Zulieferern.

 

Mitbestimmung und soziale Verantwortung waren und sind Erfolgsgaranten bei Volkswagen. Der Dieselskandal und der notwendige Wandel der Automobilindustrie sind nach unserer Überzeugung Gründe, über eine stärkere, auch öffentliche Mitbestimmung bei den Autokonzernen nachzudenken.


Vor diesem Hintergrund appelliert die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt an die politischen Akteurinnen und Akteure, aber auch die interessierte Öffentlichkeit, eine in die Zukunft gerichtete Diskussion zu führen, die den Schutz der Umwelt, die Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen in der Automobil- und Zulieferindustrie sowie die Verbraucherinteressen gleichermaßen im Blick behält. Die Existenzen der Beschäftigten und ihrer Familien dürfen weder für private Profitinteressen noch für politische Profilierungssucht aufs Spiel gesetzt werden.

 

Das gesamte Eckpunktepapier steht unten unter Dateien zum Download zur Verfügung.