BHW Standorterhaltungskonzept - MIBA lehnt ab

  • 23.04.2021
  • News

Die Auseinandersetzung um den Standorterhalt von BHW hat einen weiteren negativen Meilenstein erhalten: Das in den letzten Wochen vom BHW Betriebsrat gemeinsam mit der IG Metall erarbeitete Konzept zur Neuausrichtung des Braunschweiger Standortes, einschließlich einer umfassenden Beschäftigungssicherung, wurde vom Mutterkonzern MIBA abgelehnt.

Martin Grun, Betriebsratsvorsitzender BHW. Archivfoto von Peter Frank, d&d

In mehreren Betriebsversammlungen wurden am Donnerstag und Freitag dieser Woche die Beschäftigten darüber informiert.

Martin Grun, Betriebsratsvorsitzender von BHW, erklärt dazu: „Das von uns vorgelegte Alternativkonzept enthielt strukturelle und konkrete Vorschläge zur Neuaufstellung unseres Werkes, die nachhaltig binnen 2-3 Jahren zu einer Effizienzsteigerung geführt hätten. Damit wäre eine positive Zukunftsperspektive, sowohl finanziell für das Unternehmen, vor allem aber für die Kolleginnen und Kollegen, erreicht worden. Die Ablehnung ist für uns nicht nachvollziehbar und ein weiterer Schlag für die Belegschaft! Wir müssen feststellen, Argumente zählen nicht. MIBA will die Entscheidung nicht zurücknehmen.“

Das Konzept enthielt folgende Elemente:

  • Umstrukturierung des Standorts mit deutlicher Flächenverkleinerung  und umfangreicher Ablaufoptimierung
  • Veränderungen im Produktportfolio
  • Investitionen in neue Maschinen zur Effizienzsteigerung
  • Beschäftigungs- und Standortsicherung mit temporären Arbeitszeitabsenkungen und Sondertarifvertrag sowie sozialverträglicher Arbeitsplatzreduzierung

Eva Stassek, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Braunschweig, ergänzt: „In den Gesprächen der letzten Wochen zur Standortsicherung fragte die IG Metall, ob eine Bereitschaft zur Veräußerung von BHW an einen anderen Investor vorliegt. Die Antwort war: Nein, wir wollen kein Know-how an die Konkurrenz geben! Das entlarvt doch die offensichtliche Zielstellung für den Erwerb von BHW, nämlich unliebsame Konkurrenz einverleiben und dann platt machen. Was wir von MIBA in den letzten Wochen erlebt haben, ist ein herauswinden aus der Verantwortung und ihren vor zwei Jahren gemachten Zusagen. Ein herauswinden aus Fragestellungen und Vorschlägen der Belegschaft. Ein herauswinden aus den Fragen nach den Details der Umsetzung der Ministererlaubnis durch unsere örtlichen Politiker im Wirtschaftsministerium und im Bundestag.“

Ein sozialer und fairer Ausgleich der Interessen der Beschäftigten ist durch die Ablehnung des Konzeptes nicht möglich, denn das wäre Arbeitsplatzerhalt gewesen.

Nun wird der rechtliche Weg vom Unternehmen weiter forciert und bereits in der nächsten Woche findet die erste Verhandlung über einen Interessenausgleich und Sozialplan statt.

Die Beschäftigten reagierten in den Betriebsversammlungen mit Empörung und Enttäuschung auf die weitere negative Entscheidung von MIBA. Der österreichische Geschäftsführer der MIBA, Herr Ederer, nahm nicht an den Versammlungen teil. Lediglich der vor zwei Monaten neueingestellte Standortleitleiter, Herr Kramer, stellte sich den brennenden Fragen und wütenden Protesten der Beschäftigten, ohne wirklich Antworten geben zu können. Betriebsrat und IG Metall kündigten harte Verhandlungen an.