Siemens: "Mit guten Konzepten und 300 neuen IG Metall-Mitgliedern zum Wahlerfolg"

Bei Siemens in Braunschweig konnten Mandate und Freistellungen zurückgewonnen werden. Die metallzeitung fragte bei den beiden Betriebsratsvorsitzenden nach.

Das Führungsduo im Betriebsrat bei Siemens in Braunschweig (v. l.): Torsten Kaminski (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender) und Ronald Owczarek (Betriebsratsvorsitzender).

Das Führungsduo im Betriebsrat bei Siemens in Braunschweig (v. l.): Torsten Kaminski (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender) und Ronald Owczarek (Betriebsratsvorsitzender).

Wie ist es Euch gelungen, die Kolleginnen und Kollegen bei Siemens zu überzeugen?

 

Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Torsten Kaminski: Wir haben unsere Arbeit regelmäßig transparent gemacht. Dafür nutzen wir zum Beispiel unsere Betriebsratszeitung "Zügig", die auf eine sehr gute Resonanz stößt.

 

Betriebsratsvorsitzender Ronald Owczarek: Wir haben die Wahllokale drei Tage lang geöffnet, damit alle Beschäftigten die Möglichkeit hatten, wählen zu gehen. Vor der Wahl waren wir beide zwei Tage im Unternehmen unterwegs und sind an alle Arbeitsplätze gegangen, um für eine hohe Wahlbeteiligung zu werben.


Kaminski: Unsere Vertrauensleute haben eine wichtige Rolle gespielt. Sie geben der IG Metall ein Gesicht. Im Wahlkampf haben sie mit Sitzhockern aus Faltkartons in der Kantine Platz genommen oder die Kartons auch mal auf dem Autodach platziert. Das IG Metall-Logo und unsere Botschaften waren auf den Hockern gut sichtbar.


300 Beschäftigte sind neu in die IG Metall eingetreten. Warum?

 

Owczarek: Wir sind präsent im Unternehmen durch das Netzwerk der Bereichsbetriebsräte und der Vertrauensleute. Wir legen viel Wert auf den persönlichen Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen, um ihre Sorgen und Bedürfnisse aufzunehmen. Nur so kann man gute Betriebsratsarbeit machen. Die 300 Neueintritte bestärken uns darin, mit unserer Arbeit weiter fortzufahren.

 

Welche Schwerpunkte setzt Ihr in der neuen Wahlperiode?

 

Owczarek: Wir werden den Unternehmensumbau und die geplante Fusion mit Alstom eng begleiten. Ziele sind, gute Arbeit im Zuge der Digitalisierung mitzugestalten, also die Arbeitsplätze zu sichern und die bisherigen Arbeitsbedingungen zu erhalten sowie die Beschäftigung auszubauen, indem zum Beispiel unsere IT-Kompetenz weiter entwickelt und gestärkt wird.


Kaminski: Wir brauchen gute Konzepte für den Standort, um Auslagerungen und Flächenproblemen etwas entgegenzusetzen.

 

Owczarek: Wir stehen in einem gro-ßen Wettbewerb auch im Konzern und die Beschäftigten leisten enorm viel. Deshalb müssen wir sie auch gegen Leistungsdruck und psychische Überlastung schützen und betriebliche Regelungen vereinbaren.

 

Kaminski: Weitere Entlastungen mit guten sozialen Rahmenbedingungen wie die Erweiterung der Kita sind unser Ziel.


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