Wahrscheinlichkeit für eine mutige Reform sinkt

Erbschaftsteuer: unnötiges Geschenk an ertragsstarke Mittelständler

  • 18.04.2008
  • Handwerk

Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die zur Zeit gültige Erbschaftsteuer wurde vom Bundesverfassungsgericht Anfang 2007 für verfassungswidrig erklärt. Denn wer heute ein Haus oder einen Betrieb erbt, muss viel weniger Erbschaftsteuer zahlen, als derjenige, der Geld oder anderes Kapitalvermögen erbt. Inzwischen liegt ein Gesetzentwurf für eine Erbschaftsteuerreform vor. Von der Arbeitgeberseite sind laute Klagen zu hören. Mittelständische Unternehmen müssten in Zukunft beim Tod des Besitzers mehr Erbschaftsteuer zahlen. Das gefährde die Existenz vieler Betriebe. Arbeitsplätze seien in Gefahr. Tatsächlich sieht der Gesetzentwurf jedoch massive Vergünstigungen für mittelständische Familienbetriebe vor. Zwar müssen ertragskräftige Personenunternehmen im Einzelfall mehr Steuern zahlen. Das tut ihnen jedoch nicht weh. Arbeitsplätze sind nicht in Gefahr. Das Gesamtaufkommen aus der Erbschaftsteuer soll nach den Plänen des Bundesfinanzministeriums trotz zeitnäherer Bewertung nicht steigen. Die Chance, aus der Erbschaftsteuer eine ertragskräftige, konjunkturunabhängige Einnahme für die Bundesländer zu machen, wird, wenn alles so kommt wie zur Zeit geplant, nicht genutzt. <<2008-04-15 kompakt Erbschaftsteuer.pdf>> Viele Grüße _______________________________ Kerstin Warneke IG Metall Vorstand Ressort Handwerk / Mittelstandspolitik Tel. 069-6693-2412 Fax. 069-6693-80-2412 mail: kerstin.warneke@igmetall.de