NIKOLAUS-AKTION AUF DEM WEIHNACHTSMARKT
Zum Nikolaustag führt die DGB-Jugend eine Aktion auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt durch: "Dieses System ist krank", lautet das Motto. Ab 18 Uhr wollen junge ArbeitnehmerInnen, Studierende und Auszubildende die AdventmarktbesucherInnen auf das Kranke im System aufmerksam machen.
Als Chirurgen und Ärzte verkleidet werden junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter ihre Diagnose der gesellschaftlichen Missstände ziehen und den Passanten die Medizin dagegen verteilen, das "Anti-Idiotikum".
"Hinter der Behauptung, wir würden in Deutschland die Krise so gut überstehen und hätten so eine tolle Arbeitsmarktsituation, verstecken sich prekäre Arbeitverhältnisse insbesondere für junge Menschen. Die Hälfte der Auszubildenden wird zum Beispiel von ihren Betrieben nicht übernommen", meint Dennis Kleinschmidt, Jugendvertreter und IG Metaller.
"Innerhalb der Betriebe werden Belegschaften durch Leiharbeit gespalten, dadurch wird eine Zweiklassen-Arbeitnehmerschaft geschafft und die Menschen in Konkurrenz zueinander gesetzt", fügt Bayram-Bariscan Akpinar hinzu, ebenfalls Mitglied der IG Metall Jugend Braunschweig.
Der AStA der TU beteiligt sich an der Aktion und kritisiert den Zustand der Bildung: "Bildung schafft in Deutschland soziale Barrieren statt sie abzubauen und wirkt sozial selektiv. Wir als AStA verurteilen jede Form von Bildungsgebühren und sammeln im Rahmen der Kampagne der niedersächsischen LandesAstenKonferenz Unterschriften gegen Studiengebühren", sagt Studierendenvertreterin Nina Knöchelmann.
Marvin Hopp von der IG Metall Jugend spricht den systemischen Zusammenhang dieser Erscheinungen an: "Wir wollen nicht nur die Symptome, sondern das Kranke am System nennen: Jugendarbeitslosigkeit, prekäre Arbeitsverhältnisse, Bildungsgebühren: Alles hängt mit diesem Wirtschaftssystem zusammen. Dieses beruht auf Verdrängungswettbewerb und Profitmaximierung und die gegenwärtige Finanzkrise ist ebenfalls ein Auswuchs davon. Stattdessen wird diese Krise als ein Schuldenproblem der Griechen umgedeutet und in der deutschen Öffentlichkeit wird permanent nationalistischen Chauvinismus geschürt. Wir sind solidarisch mit den Griechen und allen Bevölkerungen, die von der Krise betroffen sind und setzen uns für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Ungerechtigkeiten ein."
Zeitgleich mit der Aktion der Gewerkschaftsjugend findet im Gewerkschaftshaus die Veranstaltung des DGB: "Krise -Welche Krise? Wann kommt die Finanzkrise bei mir an?" ab 19:00 Uhr statt.
|01.12.2011





