Weltkulturerbe der UNESCO, das Gropius-Haus in Alfeld

Herr Kurt Schünemann mit einem Kinderschuhleisten

 

Alfeld, im Tal der Leine, ein Industriestandort.

 

Das Weltkulturerbe der UNESCO, das Gropius-Haus, war Ziel unserer Fahrt im Juni.

Eine Gruppe von 20 interessierten Mitgliedern des Kreativclub/Senioren hatte sich angemeldet. Leider sagten mehrere Interessierte kurzfristig ab.

 

Unser Kollege Horst Neumann hatte für einen Besuch die nötigen Vorgespräche und Terminabsprachen getroffen.

 

Vor Ort wurden wir von dem Kollegen Henry Kirch herzlich begrüßt. Henry Kirch engagiert sich in seinem Altersruhestand in Alfeld, im Bezirk und im Hauptvorstand der IG-Metall in Frankfurt für die „AGA“, (außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit).

 

Gegen 10:00 Uhr trafen wir zu einer Führung im Gropius-Haus ein. Das Gropius-Haus ist Stammsitz der Firma „Fagus“. Die Firma ist mit seinen zurzeit rund 300 Mitarbeitern ein wichtiger Wirtschafts- und Kulturfaktor in Alfeld. Seit gut 100 Jahren werden hier Schuhleisten für fast alle europäischen Länder (die Ausnahme ist Italien) hergestellt. Fagus hat in vier Erdteilen Werksvertretungen (nicht in Afrika).
In der Fabrik finden jedes Jahr auch eine Vielzahl von Konzerten und anderen Veranstaltungen statt.

 

Das Gropius-Haus ist seit 1946 ein anerkanntes Baudenkmal und ist 2011 in die Liste der UNESCO, als Weltkulturerbe aufgenommen worden.

 

Im Jahre 1911 gab der Firmengründer der Firma „Fagus“, Herr Carl Benscheidt, dem jungen Architekten Walter Gropius den Auftrag, eine neue Schuhleistenfabrik zu planen und zu bauen. Dies war der Beginn der modernen Industriebauweise, des Bauhausstieles.

 

Die Erfindung der Schuhleistenkopierdrehbank im Jahre 1920 war auch der Beginn des Maschinenbaus in der Firma Fagus.

Ein weiteres Standbein für Beschäftigung und Arbeitsplatzsicherheit wurde damit geschaffen.

 

Nach einem einleitenden Gespräch mit dem früheren Pressesprecher von Fagus, Herrn Karl Schünemann, schloss sich eine ausgiebige Führung durch das Werk an. Von der Entwicklungsabteilung, bis hin zur Produktion von Schuhleisten, wurde uns der Betrieb vorgestellt.

 

Bis zum heutigen Tage besteht die Produktpalette aus Schuhleisten für die nationale und internationale Schuhproduktion.

 

Des Weiteren werden Mess- und Regelsysteme für Spanplatten-Industrie, sowie Brandschutzeinrichtungen und Keilzinkenanlagen für die Massivholzverarbeitung in aller Welt hergestellt.

 

Nach einem ganz leckeren Mittagessen in der Kantine des Hauses, besuchten wir noch das Gropius-Museum und die Ausstellung auf dem Werksgelände, einfach sehenswert. Wir waren alle begeistert.

Mit herzlichem Dank für die Gastfreundschaft, für die interessanten Vorträge und Führungen verabschiedeten wir uns bei Karl Schünemann und Henry Kirch für seine Mühe mit einen kleinen Präsent. Horst Neumann hatte es extra hierfür aus Kuba mitgebracht.

 

Ein herzlicher Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen in der IG-Metall Ortsverwaltung für ihre Unterstützung.

 

Wer mehr über dieses Haus wissen möchte, hier ein Link zur Geschichte des Gropius-Hauses: www.fagus-gropius.com

 

Im Anschluss machten einige von uns noch einen kleinen Stadtrundgang. Dazu gehörten das im Jahre 1586 im WeserRenaissancestil umgebaute Rathaus, die Bronze-Plastik: „Die Zeit der Geister“ von Jürgen Goertz, die St. Nicolai Kirche, die Lateinschule (heute Stadtmuseum), den Fillerturm (erhaltener Teil der alten Stadtbefestigung). Natürlich sahen wir auch den Wegweiser zum „Schnarchmuseum Alfeld“.

Noch etwas zum Industriestandort der 750 Jahre alten Stadt Alfeld: Alfeld ist eine kleine Industriestadt mit rund 21000 Einwohnern und etwa 6000 industriellen Arbeitsplätzen.

 

Dieser starke Industrieanteil hat das Stadtbild geprägt. Es sind hauptsächlich die Metallverarbeitung, der Maschinenbau und die gerade 300 Jahre alte Papiermühle im Ort, hervorzuheben.

 

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Erhard Dierschke

 


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