Tagesfahrt nach Magdeburg

Wasserstraßenkreuz Magdeburg
Stasi Haftanstalt und Gedenkstätte Moritzplatz
Im Gedenken Die Senioren der IG-Metall Braunschweig

Besuch beim Wasserstraßenkreuz Magdeburg,
sowie in der Stasi Haftanstalt und Gedenkstätte Moritzplatz

 

Zu einer Tagesfahrt starteten unsere IG-Metall-Senioren in Richtung Magdeburg.

Das Wasserstraßenkreuz war das erste Ziel. Nördlich von Magdeburg „überquert“ der Mittellandkanal die Elbe. Damit dies überhaupt möglich ist, wurde das Schiffshebewerk Magdeburg-Rothensee gebaut und 1938 in Betrieb genommen.

Mit dem Hebewerk werden 16 m Höhenunterschied überwunden und der Mittellandkanal mit dem Elbe-Havelkanal verbunden. Der Trog des Hebewerks ist 85 m lang, 12 m breit und wiegt 5400 Tonnen. Da das Schiffshebewerk nur Schiffe bis 82 m Länge aufnehmen konnte, wurde von 1998 bis 2001 die Sparschleuse Rothensee gebaut.

Unser Kollege, Uwe Fleckenstein, erläuterte uns die Funktion des Wasserkreuzes.

Unsere letzte Station am Wasserstraßenkreuz war die Trogbrücke des Mittellandkanals über die Elbe. Sie ist mit 918 m die längste Kanalbrücke der Welt. In ihr sind 152.000 Tonnen Stahl verbaut.

Vor der Weiterfahrt in die Stadt spendierte uns unser Busfahrer, Herr Heiko Reiß, eine Runde heiße Würstchen, die mit Freude angenommen wurde.

Das zweite Ziel unserer Fahrt führte uns in die Stasi Haftanstalt und heutige Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg. Sie ist den Opfern politischer Gewaltherrschaft von 1945 - 1989 gewidmet.

Zu Beginn des Besuches legten wir ein Blumengebinde zum Gedenken nieder. Mit einer kurzen Ansprache und einer Schweigeminute gedachten wir den Opfern.

Anschließend wurden wir in zwei Gruppen durch die ehemalige Untersuchungs-haftanstalt geführt. Zwei sehr kompetenten Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte erläuterten ausführlich die Unterbringung der Untersuchungshäftlinge und die Verhörmethoden der Staatssicherheit der DDR. Die Eindrücke haben uns alle tief bewegt. Für uns ist es auch heute noch unvorstellbar, wie die Staatssicherheit mit Menschen umgegangen ist.

In der Gedenkstätte Moritzplatz wurde im Januar 2012 die sehr sehenswerte Dauerausstellung:
„Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigten ein Geständnis erlangt werden“
eröffnet. Sie dokumentiert die Nutzung des Gebäudekomplexes für den Zeitraum 1945 - 1989. Sie umfasst zwölf Ausstellungsräume, darunter ein mit Originalmobiliar hergerichtetes Vernehmerzimmer.

Im Anschluss an die Führung schloss sich ein ausführliches Gespräch mit dem Zeitzeugen, Herrn Ralph-Peter Klingenberg, an. Im ehemaligen Gerichtsaal des Gebäudes erwartete er uns. Klingenberg berichtete uns aus seinem Leben, seinem Einsatz für Menschenrechte in der DDR, seiner Inhaftierung in dieser Haftanstalt, von seiner Strafverbüßung in der Haftanstalt in Cottbus und mit anschließendem Freikauf durch die Bundesrepublik. Seine Schilderung und die anschießende Beantwortung unserer Fragen war sehr bewegend.

Vor unserer Heimfahrt war noch ein wenig Zeit für einen kleinen Rundgang zum Magdeburger Dom und zum Hundertwasserhaus.

Mit einem Dank an unseren Bußfahrer für die sichere Fahrt, an seine Frau, die uns als Bordstewardess gut betreut hat und an Uwe Fleckenstein für die Organisation der Fahrt, verabschiedeten wir uns.

       Link zum Wasserstraßenkreuz Magdeburg

       Link zur Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg
        Link zu Zeitungsberichte über die Eröffnung der Dauerausstellung

                Zur Bildergalerie bitte hier klicken

Erhard Dierschke

 


Drucken Drucken