Alstom, ein Weltkonzern in unserer Nachbarstadt
Alstom in Salzgitter
Ein Waggon im Rohbau

Betriebsbesichtigung bei Alstom in Salzgitter.

„Die Menschen lächeln jetzt wieder“, so, Alstom-Werksleiter Herr Alles, am 24.03.2012 in der Braunschweiger Zeitung. Ob das so ist, davon wollte sich der Kreativclub/Senioren überzeugen.

Zu einem bereits seit Herbst letzten Jahres geplanten Besuch, trafen sich 25 interessierte Senioren unserer Braunschweiger IG Metall vor dem Werkstor in Salzgitter.

Dort wurden wir von drei Mitgliedern des Betriebsrates, von Reinhard Kratzert, Rolf Lindemann und Helena Bondar, erwartet und begrüßt.


Frisch ausgestattet mit der Schutzbekleidung: Warnweste, Schutzhelm, Schutzbrille und Gehörschutz, führte uns der Betriebsrat, als erste Station, in die werkseigene Museumshalle.

Hier konnten wir ein Begrüßungs- und Einführungsgespräch führen.
Wir brachten unsere Freude zum Ausdruck, beim Betriebsrat von Alstom Salzgitter zu Gast zu sein.

Es zeigte sich, dass Alstom ein weltweit agierender Konzern ist. Bisher verbanden wir Alstom nur mit der Herstellung von Regionalbahnen, aber der Konzern ist weitaus größer aufgestellt. Alstom hat rund 94.500 Mitarbeiter und Standorte in 70 Ländern. Weltweit baut Alstom Kraftwerksanlagen für nahezu alle Energiequellen: Kohle, Gas, Kernkraft, Wasser-, Solar- und Windkraft, sowie Anlagen zum Energietransport

Im Bereich Schienenverkehr gehört Alstom zu den führenden Anbietern. Sie sind Anbieter von Hochgeschwindigkeitszügen, Neigezügen, Regio-Bahnen, Stadtbahnen und U-Bahnen.

In Deutschland hat der Konzern 22 Standorte mit ca. 8.300 Beschäftigten. Unter anderem in Braunschweig, in der Borsigstrasse und in Salzgitter.

Am Standort Salzgitter sind etwa 2700 Kolleginnen und Kollegen, überwiegend mit der Produktion von Regional-Zügen, beschäftigt. Die Züge werden auf dem gesamten europäischen Kontinent vermarktet.

Im Museum von Alstom sahen wir die Ausstellung von historischen Zügen und Lokomotiven. Die Ausstellungsstücke sind alles Originale und wurden alle in Salzgitter gebaut. Es war schon sehr beeindruckend die Stahlrösser und Luxuswaggons vergangener Zeiten zu sehen.

(In ein oder zwei Jahren sollen die Ausstellungsstücke in einem neuen Museum in Salzgitter-Salder auch öffentlich gezeigt werden.)

Auf Einladung des Betriebsrates ging es anschließend in die Werkskantine zu einem gemeinsamen Mittagessen.

Frisch gestärkt begannen wir den Rundgang durch die Produktionshallen für Regionalzüge. Vom fast fertigen Zug, konnten wir die Produktion rückwärts verfolgen. Die Züge wurden immer „nackter“. Der Weg führte bis zum Rohbau der Waggons und der Produktion ihrer einzelnen Komponenten.

Bei unserem Rundgang sahen wir auch einige körperlich schwere und belastende Arbeitsplätze. Der Betriebsrat kämpft hier für körpergerechtere Arbeitsbedingungen.

Im Gespräch mit dem Betriebsrat wurden auch die Schwierigkeiten eines deutschen Standortes, gegenüber dem Mutterkonzern mit Sitz in Frankreich, deutlich. Das deutsche Betriebsverfassungsgesetz ist leider noch keine Norm für Europa.

Auf unsere Frage: „Wie sieht es mit der Standortsicherheit aus Sicht des Betriebsrates aus?“
„Der Betriebsrat, die Belegschaft und die Politik kämpften gemeinsam in 2011 um den Erhalt der Arbeitsplätze und der Kernkompetenz am Standort Salzgitter für ihre Produkte, aber die Pariser Konzernleitung spielt nicht mit. Nur Kernkompetenz und eigene Entscheidungsfähigkeit am Standort sichert nachhaltig unsere Arbeitsplätze“.

„Wie sieht der Betriebsrat die Lage der Beschäftigten heute?“
„Unsere Arbeitsplätze sind bis 2016 gesichert. Wir haben ein gutes Auftragspolster. Wirtschaftlich haben wir im letzten Jahr mit großem Verlust abgerechnet. Wir gehen wieder mit Zuversicht in die Zukunft, werden die Verluste verringern und suchen neue Mitarbeiter für unsere Belegschaft“.

Wir wünschen dem Betriebsrat weiterhin erfolgreiche Arbeit für ihre Kolleginnen und Kollegen in Salzgitter.

Mit einem herzlichen Dank an unsere Kollegen vom Betriebsrat, für diesen sehr informativen Tag verabschiedeten wir uns.

Übrigens die Fotos wurden uns von der BR-Kollegin Helena Bondar zur Verfügung gestellt, dafür meinen besonderen Dank.

Zur Fotogalerie bitte hier klicken

Erhard Dierschke

 


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