Das andere Alfeld
<CENTER>Das Gropius-Haus in Alfeld, nominiert für die Auszeichnung: "Weltkulturerbe der UNESCO"</CENTER>

 

Alfeld, diesen touristischen Ort im Tal der Leine kennen sicher viele.

Die Seniorengruppe der IG-Metall Braunschweig, der Kreativclub, wollte auch das andere Alfeld, das wirtschaftliche Alfeld, mit seinen Problemen kennen lernen.

Unser Kollege Horst Neumann hatte für einen Besuch die nötigen Vorgespräche und Terminabsprachen getroffen.
Eine Gruppe von 22 interessierten Mitgliedern reiste von Braunschweig an.

 

Vor Ort wurden wir von dem Kollegen Henry Kirch,  aus der ehemaligen Verwaltungsstelle der IG-Metall Alfeld, herzlich begrüßt. Henry Kirch engagiert sich in seinem Altersruhestand in Alfeld, im Bezirk und beim Hauptvorstand der IG Metall in Frankfurt für die "Ausserbetriebliche Gewerkschaftsarbeit".

Wir wünschen ihm und uns, immer ein offenes Ohr beim Hauptvorstand für die Belange der älteren Gewerkschaftsmitglieder, denn wir Rentner sind nicht nur Kostenfaktor, sondern auch Beitragszahler und vor allem Mittler zwischen den Generationen.


Im Anschluss wurden uns von zwei kompetenten Stadtführern, trotz eisigen Schneetreibens an diesem Tage, die interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt vor Augen geführt. Sie zeigten uns unter anderem, das im Jahre 1586 im WeserRenaissancestil umgebaute Rathaus, die Bronze-Plastik: „Die Zeit der Geister“ von Jürgen Goertz, die St. Nicolai Kirche, die Lateinschule (heute Stadtmuseum) und den Fillerturm (erhaltener Teil der alte Stadtbefestigung). Natürlich wurde auch das „Schnarchmuseum Alfeld“ erwähnt.

Gegen 11:45 Uhr wurden wir durch den Bürgermeister der Stadt Alfeld,

Herrn Bernd Beushausen, feierlich empfangen und begrüßt. Der Bürgermeister referierte zur Geschichte und Entwicklung seiner 750 Jahre alten Stadt. Besonders und mit Stolz stellte der Bürgermeister die hohe Zahl der industriellen Arbeitsplätze, gut 6.000 bei ca. 21.000 Einwohnern in der Gemeinde, heraus.
Die starke Industrie hat das Stadtbild geprägt. Es sind hauptsächlich die Metallverarbeitung, der Maschinenbau und die gerade 300 Jahre alte Papiermühle im Ort hervorzuheben.

Als Gewerkschaftler, wenn auch im Ruhestand, interessierte uns natürlich das wirtschaftliche auf und ab in der Stadt und der Region Hildesheim/Alfeld.

Im Anschluss führte uns der Weg ins örtliche Gewerkschaftshaus. Dort war zu unserer Überraschung ein Imbiss für uns vorbereitet. Ein herzlicher Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen in der Ortsverwaltung.


Gegen 14:00 Uhr trafen wir zu einer Führung im Gropius-Haus ein.

Das Gropius-Haus ist Stammsitz der Firma „Fagus“. Diese Firma mit seinen, zurzeit 340 Mitarbeitern, ist ein wichtiger Wirtschafts- und auch Kulturfaktor in Alfeld. Seit fast 100 Jahren werden hier Schuhleisten für fast alle europäischen Länder (die Ausnahme ist Italien) hergestellt. Fagus hat in vier Erdteilen Werksvertretungen (nicht in Afrika).


Das Gropius-Haus ist seit 1946 ein Baudenkmal. Die Firma „Fagus“ und die Stadt Alfeld bewerben sich zum 100jährigen Jubiläum des Gebäudes, um in die Liste der Unesco, als Weltkulturerbe aufgenommen zu werden.

Viele kulturelle Veranstatungen finden in seinen Räumen statt. So war es, im Rahmen der Weltausstellung von Hannover, ein externes Vorzeigeprojekt. Hier werden Ausstellungen gezeigt, auch die Volkshochschule nutzt das Gebäude für Konzerte und Vorträge. Im Herbst spielt das "Niedersächsische Sinfonieorchester" in der Werkhalle.

 

Im Jahre 1911 gab der Firmengründer der Firma "Fagus", Herr Carl Benscheidt, dem jungen Architekten Walter Gropius den Auftrag, eine neue Schuhleistenfabrik zu planen und zu bauen. Dies war der Beginn der modernen Industriebauweise, des Bauhausstiels.

Wer mehr über dieses Haus wissen möchte, hier ein Link zur Geschichte des Gropius-Hauses:

  http://www.fagus-gropius.com 

Die Erfindung der Schuhleistenkopierdrehbank im Jahre 1920 war auch der Beginn des Maschinenbaus in der Firma Fagus.
Ein weiteres Standbein für Beschäftigung und Arbeitsplatzsicherheit wurde geschaffen.

Nach einem einleitenden Gespräch, schloss sich die Führung durch das Werk an. Von der Entwicklungsabteilung bis hin zur Produktion von Schuhleisten wurde uns der Betrieb vorgestellt.

Bis zum heutigen Tage besteht die Produktpalette aus Schuhleisten für die nationale und internationale Schuhproduktion. (Unseren Damen schlug beim Anblick der, auf Leisten der Firma Fagus hergestellten Schuhmodelle, das Herz merklich schneller.)


Des weiteren werden Mess- und Regelsysteme für die Spanplatten-Industrie, sowie Brandschutzeinrichtungen und Keilzinkenanlagen für die Massivholzverarbeitung in aller Welt entwickelt und hergestellt.

 

Mit herzlichem Dank für die Gastfreundschaft, für die interessanten Vorträge und Führungen verabschiedeten wir uns bei den Alfeldern.

 

Wir wünschen der Stadt und allen Arbeitgebern in ihren Bertieben für die Zukunft weiterhin unternehmerische Vernunft zum Wohle der beschäftigten Arbeitnehmer und für gesicherte Arbeitsplätze.

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Erhard Dierschke

 


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