Unfallverhütung und Berufskrankheiten
<CENTER>Bildungsstätte der Berufsgenossenschaft Metall Bad Wilsnack</CENTER>

Vom 01. bis 03. April war wieder eine Gruppe vom Kreativclub/Senioren der IG Metall aus Braunschweig, zu Gast in der Bildungsstätte der Berufsgenossenschaft Metall in Bad Wilsnack.

 

Dank der guten Kontakte unseres Kollegen Hermann Heller, erfolgte die Einladung für unsere zwanzigköpfige Gruppe.

 

Hermann Heller war langjährig, als ehrenamtlicher Vertreter auf Arbeitnehmerseite, in diesem paritätisch besetzten Gremium der Sozialversicherung tätig.

Bei bestem Frühlingswetter reisten wir an.
Begrüßt von Frau Ehrhorn, wurden wir in der Bildungsstätte herzlich empfangen. Sie stellte uns das Haus kurz vor und unterbreitete uns auch gleich den Vorschlag, nach dem Mittagessen in die nahegelegene Naturwachtstation nach Rühstädt zufahren.


Der kleine Ort liegt in der Elbtalaue. Er ist als Storchenort bekannt. Das laute Geklapper auf dem Dach des Storchenzentrums verriet uns, dass die ersten Störche (Männchen) gerade aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt sind. Sie renovieren und richten ihr Nest und warten auf die Ankunft der Weibchen. Herr Herper von der Storchenstation berichtete uns von seiner Arbeit zum Schutz von Natur und Tierwelt. Er erläuterte die Besonderheiten hier am Flusslauf der Elbe.

Link zum NABU Zentrum Rühstädt

  Link zum "Storchenclub Rühstedt e.V."

Zurück in der Bildungsstätte stellte uns Herr Stute, er ist der Geschäftsführer der Berufsgenossenschaft Metall in Berlin, die Aufgaben und den organisatorischen Aufbau dieser Sozialversicherung vor. Besonders ging er auf die Aufgaben der BGM ein. Dies sind als Erstes, die Unfallverhütung oder deren Schadensbegrenzung. Hilfen bei Unfällen, bei Rehabilitation, oder bei Umschulung und Arbeitplatzsuche durch Berufsunfähigkeit.

Ein weites Feld in seinem Vortrag, nahm das Unfallversicherungsmodernisie-rungsgesetz, die Umstrukturierung und Fusionen von Berufsgenossenschaften zu größeren Verwaltungseinheiten ein.


Nach dem Abendessen und einer Verschnaufpause wurden die Diskussionen bei Wein und Bier im "Raum der Begegnung" fortgesetzt.


Am 2. Tag erwartete uns Herr Freyert von der Berliner Geschäftsstelle der BGM. Sein Thema war „Prävention“. Durch intensive Lehrgänge für Betriebsräte mit Schwerpunkt “Arbeitssicherheit“ und für die Sicherheitsbeauftragten aus den Betrieben, sind die Arbeitsunfallzahlen seit Jahren rückläufig. Jedoch sind Wegeunfälle ein zunehmendes und großes Problem. Sie betragen rund 10% aller meldepflichtigen Unfälle. 22,5% aller Rentenfälle sind Wegeunfälle. Ihr Anteil beträgt sogar 49% bei Unfällen mit tödlichem Ausgang.

Zum Thema „medizinische Rehabilitation durch die BGM“ war Frau Voß aus der Bezirksverwaltung Hannover angereist. Sie ist Reha-Managerin und hat die Leitung im Sachgebiet: „Leistungsspektrum der gesetzlichen Unfallsicherung“. Aufgaben und Ziele ihrer Arbeit sind die medizinische Rehabilitation, die berufliche Unterstützung (Umgestaltung des Arbeitsplatzes) und die berufliche Anpassung durch Fortbildung und Umschulung. Hier geht es auch um Sachleistungen (z.B. behindertengerechtes Wohnen), oder Geldleistungen (z.B. Verletztengeld, Rente, Übergangsgeld oder Pflegegeld).
Frau Voß stellte uns auch das berufsgenossenschaftliche Feststellungsverfahren für Renten-, Widerspruchs- und Sozialgerichtsverfahren vor.


Am Nachmittag ging es mit Frau Dr. Wickel (Dozentin in Bad Wilsnack) in einen der Praxisräume des Hauses. „Lärm und seine Auswirkungen“ standen auf unserem Programm. An Hand von einfachen und anschaulichen Experimenten wies sie auf Ursachen und Wirkung von Lärm und deren Vermeidung hin. In 2007 gingen 8600 Verdachtsanzeigen auf die Berufskrankheit  „Lärm“ ein. 4600 Verdachtsfälle wurden bestätigt. Die Berufsgenossenschaften leisteten im Jahre 2007 rund 72 Millionen Euro  für Berufskrankheiten. Diese Leistung entfiel zu 32% auf Lärm, 31% auf Haut, 12% auf Asbestose und zu 11% auf Lungen- und Kehlkopfkrebs durch Asbest.

 

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes stand Herr Lott uns zur Verfügung. Er war 18 Jahre als Experte in der Berliner Feuerwehr tätig. Jetzt ist er Dozent für Brandschutz in der Berufsgenossenschaft. Seine lockeren Sprüche, seine eigene Art mit dem Thema umzugehen und zu präsentieren, war eine wahre Freude für uns. Auf die Brandgefahren mit festen,  flüssigen oder gasförmigen Stoffen wurde durch anschauliche Experimente hingewiesen. Herr Lott demonstrierte zum Beispiel, dass auch Eisen brennen kann. Seine Tipps und Hinweise zur Risikovermeidung stießen auf großes Interesse.

 

Im Abschlussgespräch zwischen der Leitung des Hauses und unserer Gruppe, wurde  von uns besonders der Dank für die hervorragende Aufnahme, den kompetenten Dozenten und deren Vortragsweise und Wissensvermittlung betont.  Nur die knappbemessende Zeit unseres Aufenthaltes wurde von uns bedauert.

 

In der letzten Stunde kam noch das Thema „Hinterbliebenenrente“ auf den Tisch. Rosi Dreibrodt, unsere Versichertenälteste und Beraterin für diese Fragen, zeigte an Hand von Rechenbeispielen, wie es mit der Berechnung und der möglichen Anrechnung auf die eigenen Rente aussieht.

 

Zum Schluß teilte uns unser langjähriger Kollege Hermann Heller mit, dass er sich aus dieser Arbeit zurückzieht. Alle Anwesenden haben diesen Entschluß sehr bedauert. 

 

Dieses Seminar hat uns, und wohl auch der Bildungsstätte gezeigt, dass Arbeitschutz und Unfallsicherheit mit erreichen des Rentenalters nicht aufhört! Auch die „Alten" können noch lernen! Sie können aber auch mit ihren Erfahrungen zum Wohle der jüngeren Beschäftigten beitragen. 

> Link zur Bildungsstätte der BG in Bad Wilsnack <

Wir würden uns freuen, auch in den nächsten Jahren wieder Gast bei der Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd zu sein.

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Für den Kreativclub/Senioren in der IG Metall Braunschweig

 

Erhard Dierschke



 


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